Kinderrechte und Chancenpatenschaften

Aus der Ar­beit des Lan­desver­bands der Kita- und Schulfördervere­ine Berlin-Bran­den­burg (www.lsfb.de)

Von Hel­mut Herold

Aaron Schmidt (links) und An­dreas Kessel machen sich stark für Chan­cen­paten­schaften. Foto: Herold

Kinder benöti­gen für ihre En­twick­lung im­mer wieder Chan­cen. Damit sie diese auch wirk­lich nutzen, kön­nen Paten­schaften hil­fre­ich sein. Solche Chan­cen­paten­schaften or­gan­isiert der Lan­desver­band der Kita- und Schulfördervere­ine Berlin-Bran­den­burg (lsfb), der auch Mit­glied im Lan­desnet­zw­erk Bürg­eren­gage­ment ist.

Ini­ti­iert wer­den die Chan­cen­paten­schaften bun­desweit von der Stiftung Bil­dung. In Berlin und Bran­den­burg ist der lsfb mit der Um­set­zung beauf­tragt. Seit 2016 wur­den schon 1500 Chan­cen­paten­schaften  gefördert. Wie das genau geht, er­läutert Aaron Schmidt, der im Ver­band für das Pro­jek­t­man­age­ment zuständig ist: Kinder (ab vier Jahren) bzw. Ju­gendliche bilden für eine bes­timmte Zeit und für ein bes­timmtes Pro­jekt ein Tan­dem. „Wir achten da­rauf, dass Kinder mit un­ter­schiedlichen Teil­habe-Chan­cen ein Tan­dem bilden“, sagt Aaron Schmidt. So kön­nen sie Ein­blicke in an­dere Lebenswirk­lichkeiten er­hal­ten, Ver­ständ­nis füreinan­der en­twick­eln und eventuelle Vorurteile ab­bauen. „Im Ide­al­fall entste­hen da­raus Fre­und­schaften, die auch nach dem Ende der Paten­schaft weiter beste­hen“, so Schmidt.

Schulen, Ki­tas und deren Fördervere­ine kön­nen für die Paten­schaften För­der­mit­tel beantra­gen. Das ist on­line mit weni­gen Angaben möglich. Pro Tan­dem gibt es im­mer­hin bis zu 190 Euro. Davon kann man die für ein Pro­jekt notwendi­gen An­schaf­fun­gen bezahlen, zum Beispiel Geräte und Samen für einen Schul­gar­ten, in dem die Tandems dann gemein­sam ar­beiten. Aber die Kinder und Ju­gendlichen kön­nen das Geld auch nutzen, um mal ins Kino zu gehen oder in den Zoo, oder ein Eis zu es­sen oder einen Döner. „Möglich ist alles, was der Fes­ti­gung des Tandems di­ent“, ver­sichert Aaron Schmidt. Zu den Chan­cen­paten­schaften gibt es auch ein Video: https://www.youtube.com/.

Der lsfb möchte noch mehr Fördervere­ine für die Chan­cen­paten­schaften begeis­tern. „De­shalb or­gan­isieren wir regelmäßig Sem­i­nare, um die Vorstände zu qual­i­fizieren“, sagt An­dreas Kessel, stel­lvertre­tender Vor­sitzen­der des Lan­desver­ban­des.  So gibt es am 7. März 2020 einen großen Sem­i­nartag in Pots­dam. An­dreas Kessel ist es vor allem zu ver­danken, dass die Zahl der Fördervere­ine an Schulen und Ki­tas stetig wächst. Waren es 2004 erst 20 Vere­ine, sind in­zwis­chen knapp 800 im lsfb or­gan­isiert. Und Kessel rührt weiter fleißig die Wer­be­trom­mel. Unter an­derem mit dem Hin­weis auf die Be­ratungsange­bote des Ver­ban­des. Dort gibt es auch ein Hand­buch mit „Tipps und Hil­fen zu Grün­dung und Vere­in­sar­beit“ zum Herun­ter­laden. Außer­dem kön­nen Ver­bandsmit­glieder den Ver­leih­ser­vice nutzen und zum Beispiel eine Pop­corn­mas­chine auslei­hen.

Für Aaron Schmidt und An­dreas Kessel ist es wichtig, dass die Kinder und Ju­gendlichen bei der Aus­gestal­tung der Chan­cen­paten­schaften ein Mit­spracherecht haben. De­shalb finden die bei­den es grund­sät­zlich richtig, dass die Rechte von Kindern endlich ins Grundge­setz aufgenom­men wer­den sollen. Bun­desjus­tizmin­is­terin Chris­tine Lam­brecht (SPD) legte Ende No­vem­ber einen Geset­zen­twurf vor. Fast auf den Tag genau 30 Jahre nach­dem die Vere­in­ten Na­tio­nen eine Kinder­recht­skon­ven­tion beschlossen hat­ten. An­gesichts von Kinder­ar­mut und un­gle­ichen Bil­dungschan­cen gibt es in Deutsch­land noch eine Menge zu tun, damit Kinder­rechte Wirk­lichkeit wer­den. Der lsfb wird weiter ak­tiv daran mitwirken.

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LANDESNETZERK BÜRGERENGAGEMENT BERLIN — Blog­beitrag von Hel­mut Herold
zuletzt über­ar­beitet 21.01.2020

 

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