Berliner Charta, Selbstverständnis, Leitbild

Das Lan­desnet­zw­erk ist aus dem Ar­beit­skreis Frei­williges En­gage­ment her­vor­ge­gan­gen her­vorge­gan­gen, der 2001 im In­ter­na­tionalen Jahr der Frei­willi­gen vom Treff­punkt Hil­fs­bere­itschaft ini­ti­iert wor­den war, dem Vorgänger der heuti­gen Landes­freiwilligen­agentur Berlin. Es ze­ich­net sich gegenüber vie­len an­deren seit­dem in Deutsch­land ent­stande­nen dadurch aus, dass es von den Bürger_innen selbst gegrün­det wurde — ohne staatliche Unterstützung.

Mehrfach im Jahr trifft sich das Net­zw­erk seit­dem in Mit­gliederver­samm­lun­gen, disku­tiert ak­tuelle poli­tis­che Ent­wick­lun­gen im Bür­ger­schaft­li­chen En­ga­ge­ment, ver­tieft sein Wis­sen in Fachkreisen zu wich­ti­gen oder drän­gen­den und manch­mal auch brisan­ten The­men und hilft sich gegenseitig.

Grundle­gend für das Zusam­men­wirken und das gemein­same Han­deln des Landes­netzwerks ist die Ber­li­ner Charta zum Bürg­er­schaftlichen En­gage­ment vom 4. No­vem­ber 2004 und das da­rauf grün­dende Selb­stver­ständ­nis, welches die Grün­­dungs­­ver­­samm­­lung des Lan­des­netzwerkes am 22. Juni 2005 ve­r­ab­schiedet hat. Die Mit­glie­der haben es 2008 ak­tu­ali­siert und durch ein Leit­bild ergänzt.

Am 25.11.2010 hat die Mit­gliederver­samm­lung eine ➟ Satzung ver­ab­schie­det. Seit dem 16.11.2007 ist das Lan­desnet­zw­erk Mit­glied im Bun­des­netz­werk für Bürg­er­schaftliches En­gage­ment (BBE). Es fi­nanziert sich durch Mitgliedschaftsbeiträge.

Berliner Charta zum Bürgerschaftlichen Engagement

1. Bürg­er­schaftliches En­gage­ment ist ein un­verzicht­barer Be­standteil zum Wohle einer lebendi­gen, vielfälti­gen und sol­i­darischen Gesellschaft. Es um­fasst das Ehre­namt, die Frei­willi­ge­nar­beit und die Selb­sthilfe sowie das En­gage­ment von Or­gan­i­sa­tio­nen, Ini­tia­tiven, Ver­bän­den, Un­ternehmen und Stiftungen.

2. Alle Un­terze­ich­ner dieser Charta erken­nen die Be­deu­tung des Bürg­er­schaftlichen En­gage­ments der in Berlin leben­den Men­schen für das Gelin­gen eines guten Zusam­men­lebens in un­serer Stadt an. Sie sprechen sich für die tra­gen­den Grundw­erte des Bürg­er­schaftlichen En­gage­ments aus im Sinne von Sol­i­dar­ität, Gemeinsinn und Bere­itschaft zu einem ak­tiven per­sön­lichen Beitrag für eine demokratis­che Gesellschaft in Berlin und un­ter­stützen sie mit Wort und Tat.

3. Bürg­er­schaftliches En­gage­ment ist eine Auf­gabe aller in dieser Stadt leben­den Men­schen, un­ab­hängig von ihrer Herkunft und ihrer sozialen Stel­lung, aller demokratisch ver­fassten bzw. selb­stor­gan­isierten Ini­tia­tiven, Ver­bände, Vere­ine, Kirchen, Gew­erkschaften und Un­ternehmen sowie der poli­tis­chen Parteien des Lan­des Berlin. Bürg­er­schaftliches En­gage­ment fördert Par­tizipa­tion, In­te­gra­tion und Eigen­ver­ant­wor­tung aller in Berlin leben­den Men­schen und ihren Ein­satz für ein ak­tives Gemein­we­sen. Bürg­er­schaftlich En­gagierte beanspruchen, sich mit ihren Kom­pe­ten­zen und Er­fahrun­gen in poli­tis­che Entschei­dung­sprozesse ein­brin­gen und mi­tentschei­den zu können.

4. Bürg­er­schaftliches En­gage­ment nützt allen beteiligten Ak­teuren und bringt dabei Freude, An­re­gung und Bestä­ti­gung. Es un­ter­stützt das lebenslange und das soziale Ler­nen in der Gesellschaft. Die Un­terze­ich­nen­den se­hen eine nach­haltige Förderung des Bürg­er­schaftlichen En­gage­ments im ma­teriellen wie im ideellen Sinne, wenn fol­gende Rah­menbe­din­gun­gen er­möglicht werden:
— Ver­sicherungss­chutz (Un­fall- und Haftpflichtversicherung
— Aus­la­gen­er­stat­tung (ins­beson­dere für Fahrtkosten)
— Fortbildungsangebote
— Ein­führung und Be­gleitung von Bürg­er­schaftlich Engagierten
— Anerkennungskultur

5. Dies setzt vo­raus, beste­hende Un­ter­stützungsstruk­turen und die Bürg­er­beteili­gung zu sich­ern und zu würdi­gen sowie neue For­men zu er­möglichen. Hi­erzu zählen die Berliner Frei­willi­ge­na­gen­turen, Nach­barschaft­shäuser und Selb­sthil­feini­tia­tiven sowie Ini­tia­tiven und Pro­jekte, die das Bürg­er­schaftliche En­gage­ment stärken. Zur besseren Ko­or­di­na­tion und Ver­net­zung der beste­hen­den In­fra­struk­turen und der gesellschaftlichen Sek­toren wird die Grün­dung eines lan­desweiten Net­zw­erkes für Bürg­er­schaftliches En­gage­ment angestrebt.

6. Mit dieser Charta wird un­ter­strichen, dass Bürg­er­schaftliches En­gage­ment einen ho­hen Stel­len­wert in der öf­fentlichen und poli­tis­chen Wahrnehmung ein­nimmt. Seine Be­deu­tung sowie die An­erken­nung der Bürg­er­schaftlich En­gagierten soll sich auch in den Me­dien widerspiegeln.

7. Die Un­terze­ich­ner se­hen Bürg­er­schaftliches En­gage­ment als eine wertvolle gesellschaftliche Kraft, die soziale Werte schafft. Bürg­er­schaftliches En­gage­ment muss für alle In­ter­essierten le­icht er­schließbar ange­boten wer­den und darf nicht als Lück­en­füller für re­duzierte sozial­staatliche Leis­tun­gen miss­braucht werden.

Diese Berliner Charta zum Bürg­er­schaftlichen En­gage­ment (pdf) ent­stand in den Jahren 2003 bis 2004 in einem vierzehn­monati­gen Diskus­sion­sprozess an den Run­den Tis­chen zur Förderung des frei­willi­gen En­gage­ments in Berlin.

Selbstverständnis

I. Präambel

Das Lan­desnet­zw­erk ist ein plu­raler und un­ab­hängiger Zusam­men­schluss von Or­gan­i­sa­tio­nen aus allen gesellschaftlichen Bere­ichen Berlins, die sich auf der Ba­sis der Berliner Charta vom 04.11.2004 dem Bürg­er­schaftlichen En­gage­ment ver­bun­den fühlen.

Ziel ist
— die Förderung frei­willi­gen, ehre­namtlichen, bürg­er­schaftlichen En­gage­ments als zivilge­sellschaftlichen Gestal­tungs­fak­tor in allen Gesellschafts- und Politikbereichen
— Bürg­er­schaftliches En­gage­ment als tra­gen­den Grundw­ert für eine demokratis­che Gesellschaft zu ve­r­ankern, zu un­ter­stützen, fortzuentwickeln
— nach­haltige Im­pulse zu set­zen für den Er­halt und Aus­bau rechtlicher, in­sti­tu­tioneller und or­gan­isatorischer Rah­menbe­din­gun­gen zur Förderung von Bürg­er­schaftlichem En­gage­ment in Berlin
— ein Bünd­nis für das Bürg­er­schaftliche En­gage­ment in allen gesellschaftlichen Bere­ichen zu bilden, ressort- und zielgruppenübergreifend
— der Auf­bau eines wirk­samen und zu­gle­ich ar­beits­fähi­gen Zusam­men­schlusses aller an Bürg­er­schaftlichem En­gage­ment in­ter­essierten Ak­teuren und die Her­stel­lung von Öf­fentlichkeit über das Net­zw­erk und seine Ziele
— Forderun­gen, Stel­lung­nah­men und Empfehlun­gen zu er­ar­beiten und auszusprechen
— einen Er­fahrungsaus­tausch ak­tiv zu fördern und zu betreiben
— die En­twick­lung gemein­samer Pro­jekte und in­no­v­a­tiver Kooperationen

II. Mitgliedschaft

1. Mit­glied im Lan­desnet­zw­erk kann jede Or­gan­i­sa­tion werden,
— die sich mit dem Selb­stver­ständ­nis, dem Leit­bild und der Berliner Charta des Bürg­er­schaftlichen En­gage­ments ein­ver­standen erklärt
— die sich im Rah­men ihrer Möglichkeiten ak­tiv an der Ver­wirk­lichung seiner Ziele beteiligt
— die selbst mit bürg­er­schaftlich, frei­willig oder ehre­namtlich en­gagierten Men­schen den gängi­gen fach­lichen Stan­dards gemäß zusammenarbeitet.
Auf­nahme und Aus­tritt bedür­fen der Schriftform.
Jede Mit­glied­sor­gan­i­sa­tion be­nennt eine Per­son als Ansprech­part­nerIn für das Lan­desnet­zw­erk, die die Or­gan­i­sa­tion im Net­zw­erk ver­tritt und die gefassten Beschlüsse in die Mit­glied­sor­gan­i­sa­tion zurückträgt.

2. Mit­glied­schafts­beitrags-Ord­nung:
— er­mäßigter Mit­glieds­beitrag: 25 Euro im Jahr.
— reg­ulärer Mit­glieds­beitrag: 50 Euro im Jahr
— Förder­beitrag: min­destens 150 Euro
Diejeni­gen, die nicht Mit­glied sein wollen oder kön­nen, aber das Lan­desnet­zw­erk fi­nanziell fördern wollen, sind zu Spenden aufgerufen.

3. Das Lan­desnet­zw­erk er­wartet von seinen Mitgliedern:
— Ver­fol­gen der gemein­samen Ziele
— Verbindliche und regelmäßige Mi­tar­beit im Landesnetzwerk
— Fach­licher In­put in Fach­foren und den Austauschtreffen
— Bere­itschaft zum Er­fahrungs- und In­for­ma­tion­saus­tausch sowie zur Kooperation
— Einen von Wertschätzung und Achtung der Per­sön­lichkeit ge­tra­ge­nen Um­gang miteinander
— Die Achtung jedes Mit­gliedes mit seiner Stimme un­ab­hängig von dem „Gewicht“ seiner repräsen­tierten Organisation
— Zahlung des Mit­glieds­beitrages bis zum 31. März des laufenden Jahres.

4. Das kön­nen Mit­glieder vom Lan­desnet­zw­erk erwarten:
— Ak­tuelle In­for­ma­tio­nen rund um das Bürg­er­schaftliche En­gage­ment aus er­ster Hand
— Fach­liche Ver­net­zung mit den ver­schiede­nen Part­nern im Bürg­er­schaftlichen Engagement
— Aus­tausch von Best-Prac­tice-Beispie­len und Erfahrungen
— Ko­op­er­a­tion und Zusam­me­nar­beit zu bes­timmten Fachthe­men, An­lässen und Projekten
— Ver­stärkte Öffentlichkeitsarbeit
— Konzen­tri­erte Interessenvertretung
— Ini­ti­ierung und Durch­führung gemein­samer Ve­r­anstal­tun­gen zum Bürg­er­schaftlichen Engagement.

III. Arbeitsformen

1. Plenum:
Ver­samm­lung aller Mit­glieder, tagt ca. vierteljährlich, entschei­det über Ar­beitss­chw­er­punkte, über Mit­glieds­beiträge, wählt den Sprecher­rat und nimmt den Fi­nanzbericht ent­ge­gen. Beschlüsse wer­den mit ein­facher Mehrheit der an­we­senden Mit­glieder gefasst.

2. Ar­beits­grup­pen:
tr­e­f­fen sich kon­tinuier­lich und bear­beiten in­haltliche The­men und or­gan­isieren Ve­r­anstal­tun­gen des Landesnetzwerks.

3. Sprecher­rat:
Bere­itet Mit­gliederver­samm­lun­gen vor, bün­delt The­men und An­liegen, übern­immt die Mit­tel­be­wirtschaf­tung und entschei­det über Mit­glied­schaften. Er ver­tritt das Lan­desnet­zw­erk nach außen und be­treibt gemein­sam mit der Geschäftsstelle die Or­gan­i­sa­tion­sen­twick­lung. Gemein­sam mit der Geschäftsstelle mod­eriert er die Plenumssitzun­gen. Der Sprecher­rat setzt sich aus bis zu fünf Per­so­nen zusam­men und wird auf die Dauer von zwei Jahren gewählt.

4. Geschäftsstelle:
Die Geschäftsstelle des Lan­desnet­zw­erkes ist beim Mit­glied Tr­e­ff­punkt Hil­fs­bere­itschaft, der Lan­des­frei­willi­ge­na­gen­tur Berlin, an­ge­siedelt. Die Geschäftsstelle übern­immt die Vor- und Nach­bere­itung ver­schiedener Sitzun­gen und Ve­r­anstal­tun­gen des Lan­desnet­zw­erkes und pro­tokol­liert Mit­gliederver­samm­lun­gen und Sitzun­gen des Sprecher­rates. Gemein­sam mit dem Sprecher­rat mod­eriert sie die Plenumssitzun­gen, ver­tritt das Lan­desnet­zw­erk nach außen auf Grund­lage der Beschlüsse des Sprecher­rates und be­treibt die Or­gan­i­sa­tion­sen­twick­lung, sie gibt z.B. Im­pulse für die Weit­er­en­twick­lung des Landesnetzwerkes.

Mitmachen

Leitbild

Unser Ziel ist die Förderung der ak­tiven Bürg­erge­sellschaft für das Gemein­wohl Berlins.

Wir ver­net­zen die En­gage­ment fördern­den Vere­ine, Pro­jekte, Ini­tia­tiven, Net­zw­erke und Zusam­men­schlüsse dieser Stadt.

Wir bün­deln die Kräfte, ohne die Au­tonomie der Mit­glieder in Frage zu stellen.

In den Kon­sen­spunk­ten spre­chen wir mit einer Stimme.

Wir leis­ten Lob­b­yarbeit für das Bürg­er­schaftliche Engagement.

Wir ver­schaf­fen der Stimme des Lan­desnet­zw­erks Bürger­engagement in der Öffent­lich­keit nach­haltig Gehör und brin­gen uns für die Beteili­gung der Bürg­erge­sellschaft an poli­tis­chen Entscheidungs­prozessen ein.

LANDESNETZERK BÜRGERENGAGEMENT BERLIN — Berliner Charta, Leit­bild, Selbstverständnis
zuletzt ak­tu­al­isiert 18.02.2020

 

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