Der Dritte Sektor als Arbeitgeber

21.11.2009: Der Dritte Sektor auf dem Weg zum Niedriglohnsektor?

Zwischen 1,7 und 1,9 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse gab es zwischen 1996 und 2008 pro Jahr im Dritten Sektor. Rechnet man freie Mitarbeiter, Praktikanten, 1,-Euro-Jobber u.a. dazu, waren 2008 etwa 2,5 Millionen Menschen im Dritten Sektor beschäftigt.
Dabei haben Teilzeitbeschäftigung und befristete Beschäftigungsverhältnisse z.T. stark zugenommen. Rund die Hälfte aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse sind Teilzeit, der Anteil der befristeten liegt bei 15%. Beides geht oft mit geringerer Entlohnung einher.

Stark zugenommen haben auch die 1,-Euro-Jobs, während ABM mit den wesentlichen besseren Rahmenbedingungen für die Betroffenen weitgehend reduziert wurden. In ostdeutschen Bundesländern gibt es besonders viele 1,-Euro-Jobs im Dritten Sektor: 16% aller Erwerbstätigen, in Westdeutschland hingegen 4%.

Auch der Leistungsdruck hat im Non-Profit-Bereich deutlich zugenommen.

Dies berichten Dietmar Dathe, Christian Hohendanner und Eckhard Priller im WZBrief Arbeit 03, Oktober 2009. Die Hauptursache dieser Entwicklungen verorten sie in der veränderten Politik des Staates, die durch stärkeren Einbezug betriebswirtschaftlicher Aspekte in der Förderung und Öffnung des Dienstleistungsmarktes für private Anbieter einen erhöhten Kostendruck für die Organisationen bewirkt. Es bestehe die Gefahr der Entstehung eines Niedriglohnsektors und geringerer Attraktivität dieses Beschäftigungsbereiches.

Top-Management-Positionen bei großen Organisationen im Dritten Sektor sind vergleichsweise gut bezahlt, wenn auch geringer als in der Privatwirtschaft. Die Financial Times Detuschland widmete sich in dem Artikel "Karriere ohne monetären Profit" vom 20.10.2009 den Managern.

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