Berliner Charta, Leitbild, Selbstverständnis

Werte­grund­lage des Lan­desnet­zw­erks Bürg­eren­gage­ment Berlin ist die ➟ Berliner Charta zum Bürg­er­schaftlichen En­gage­ment vom 4. No­vem­ber 2004. Das da­rauf basierende ➟ Selb­stver­ständ­nis des Lan­desnet­zw­erkes hin­sicht­lich seiner Ziele, Mit­glied­schaften und gemein­samen Ar­beits­for­men hat die Grün­dungs­ver­samm­lung am 22. Juni 2005 ve­r­ab­schiedet und am 19. No­vem­ber 2008 ak­tu­a­li­siert, ergänzt am 13. Fe­bru­ar 2007 durch ein gemein­sames ➟ Leit­bild. Am 25.11.2010 hat die Mit­gliederver­samm­lung eine ➟ Satzung ver­ab­schie­det. Seit dem 16.11.2007 ist das Lan­desnet­zw­erk Mit­glied im Bun­des­netz­werk für Bürg­er­schaftliches En­gage­ment (BBE). Es fi­nanziert sich durch Mit­glied­schafts­beiträge.

Berliner Charta zum Bürgerschaftlichen Engagement

1. Bürg­er­schaftliches En­gage­ment ist ein un­verzicht­barer Be­standteil zum Wohle einer lebendi­gen, vielfälti­gen und sol­i­darischen Gesellschaft. Es um­fasst das Ehre­namt, die Frei­willi­ge­nar­beit und die Selb­sthilfe sowie das En­gage­ment von Or­gan­i­sa­tio­nen, Ini­tia­tiven, Ver­bän­den, Un­ternehmen und Stiftun­gen.

2. Alle Un­terze­ich­ner dieser Charta erken­nen die Be­deu­tung des Bürg­er­schaftlichen En­gage­ments der in Berlin leben­den Men­schen für das Gelin­gen eines guten Zusam­men­lebens in un­serer Stadt an. Sie sprechen sich für die tra­gen­den Grundw­erte des Bürg­er­schaftlichen En­gage­ments aus im Sinne von Sol­i­dar­ität, Gemeinsinn und Bere­itschaft zu einem ak­tiven per­sön­lichen Beitrag für eine demokratis­che Gesellschaft in Berlin und un­ter­stützen sie mit Wort und Tat.

3. Bürg­er­schaftliches En­gage­ment ist eine Auf­gabe aller in dieser Stadt leben­den Men­schen, un­ab­hängig von ihrer Herkunft und ihrer sozialen Stel­lung, aller demokratisch ver­fassten bzw. selb­stor­gan­isierten Ini­tia­tiven, Ver­bände, Vere­ine, Kirchen, Gew­erkschaften und Un­ternehmen sowie der poli­tis­chen Parteien des Lan­des Berlin. Bürg­er­schaftliches En­gage­ment fördert Par­tizipa­tion, In­te­gra­tion und Eigen­ver­ant­wor­tung aller in Berlin leben­den Men­schen und ihren Ein­satz für ein ak­tives Gemein­we­sen. Bürg­er­schaftlich En­gagierte beanspruchen, sich mit ihren Kom­pe­ten­zen und Er­fahrun­gen in poli­tis­che Entschei­dung­sprozesse ein­brin­gen und mi­tentschei­den zu kön­nen.

4. Bürg­er­schaftliches En­gage­ment nützt allen beteiligten Ak­teuren und bringt dabei Freude, An­re­gung und Bestä­ti­gung. Es un­ter­stützt das lebenslange und das soziale Ler­nen in der Gesellschaft. Die Un­terze­ich­nen­den se­hen eine nach­haltige Förderung des Bürg­er­schaftlichen En­gage­ments im ma­teriellen wie im ideellen Sinne, wenn fol­gende Rah­menbe­din­gun­gen er­möglicht wer­den:
— Ver­sicherungss­chutz (Un­fall- und Haftpflichtver­sicherung
— Aus­la­gen­er­stat­tung (ins­beson­dere für Fahrtkosten)
— Fort­bil­dungsange­bote
— Ein­führung und Be­gleitung von Bürg­er­schaftlich En­gagierten
— An­erken­nungskul­tur

5. Dies setzt vo­raus, beste­hende Un­ter­stützungsstruk­turen und die Bürg­er­beteili­gung zu sich­ern und zu würdi­gen sowie neue For­men zu er­möglichen. Hi­erzu zählen die Berliner Frei­willi­ge­na­gen­turen, Nach­barschaft­shäuser und Selb­sthil­feini­tia­tiven sowie Ini­tia­tiven und Pro­jekte, die das Bürg­er­schaftliche En­gage­ment stärken. Zur besseren Ko­or­di­na­tion und Ver­net­zung der beste­hen­den In­fra­struk­turen und der gesellschaftlichen Sek­toren wird die Grün­dung eines lan­desweiten Net­zw­erkes für Bürg­er­schaftliches En­gage­ment angestrebt.

6. Mit dieser Charta wird un­ter­strichen, dass Bürg­er­schaftliches En­gage­ment einen ho­hen Stel­len­wert in der öf­fentlichen und poli­tis­chen Wahrnehmung ein­nimmt. Seine Be­deu­tung sowie die An­erken­nung der Bürg­er­schaftlich En­gagierten soll sich auch in den Me­dien wider­spiegeln.

7. Die Un­terze­ich­ner se­hen Bürg­er­schaftliches En­gage­ment als eine wertvolle gesellschaftliche Kraft, die soziale Werte schafft. Bürg­er­schaftliches En­gage­ment muss für alle In­ter­essierten le­icht er­schließbar ange­boten wer­den und darf nicht als Lück­en­füller für re­duzierte sozial­staatliche Leis­tun­gen miss­braucht wer­den.

Diese Berliner Charta zum Bürg­er­schaftlichen En­gage­ment (pdf) ent­stand in den Jahren 2003 bis 2004 in einem vierzehn­monati­gen Diskus­sion­sprozess an den Run­den Tis­chen zur Förderung des frei­willi­gen En­gage­ments in Berlin.

Selbstverständnis

I. Präambel

Das Lan­desnet­zw­erk ist ein plu­raler und un­ab­hängiger Zusam­men­schluss von Or­gan­i­sa­tio­nen aus allen gesellschaftlichen Bere­ichen Berlins, die sich auf der Ba­sis der Berliner Charta vom 04.11.2004 dem Bürg­er­schaftlichen En­gage­ment ver­bun­den fühlen.

Ziel ist
— die Förderung frei­willi­gen, ehre­namtlichen, bürg­er­schaftlichen En­gage­ments als zivilge­sellschaftlichen Gestal­tungs­fak­tor in allen Gesellschafts- und Poli­tik­bere­ichen
— Bürg­er­schaftliches En­gage­ment als tra­gen­den Grundw­ert für eine demokratis­che Gesellschaft zu ve­r­ankern, zu un­ter­stützen, fortzuen­twick­eln
— nach­haltige Im­pulse zu set­zen für den Er­halt und Aus­bau rechtlicher, in­sti­tu­tioneller und or­gan­isatorischer Rah­menbe­din­gun­gen zur Förderung von Bürg­er­schaftlichem En­gage­ment in Berlin
— ein Bünd­nis für das Bürg­er­schaftliche En­gage­ment in allen gesellschaftlichen Bere­ichen zu bilden, ressort- und ziel­grup­penüber­greifend
— der Auf­bau eines wirk­samen und zu­gle­ich ar­beits­fähi­gen Zusam­men­schlusses aller an Bürg­er­schaftlichem En­gage­ment in­ter­essierten Ak­teuren und die Her­stel­lung von Öf­fentlichkeit über das Net­zw­erk und seine Ziele
— Forderun­gen, Stel­lung­nah­men und Empfehlun­gen zu er­ar­beiten und auszus­prechen
— einen Er­fahrungsaus­tausch ak­tiv zu fördern und zu be­treiben
— die En­twick­lung gemein­samer Pro­jekte und in­no­v­a­tiver Ko­op­er­a­tio­nen

II. Mitgliedschaft

1. Mit­glied im Lan­desnet­zw­erk kann jede Or­gan­i­sa­tion wer­den,
— die sich mit dem Selb­stver­ständ­nis, dem Leit­bild und der Berliner Charta des Bürg­er­schaftlichen En­gage­ments ein­ver­standen erk­lärt
— die sich im Rah­men ihrer Möglichkeiten ak­tiv an der Ver­wirk­lichung seiner Ziele beteiligt
— die selbst mit bürg­er­schaftlich, frei­willig oder ehre­namtlich en­gagierten Men­schen den gängi­gen fach­lichen Stan­dards gemäß zusam­me­nar­beitet.
Auf­nahme und Aus­tritt bedür­fen der Schrift­form.
Jede Mit­glied­sor­gan­i­sa­tion be­nennt eine Per­son als Ansprech­part­nerIn für das Lan­desnet­zw­erk, die die Or­gan­i­sa­tion im Net­zw­erk ver­tritt und die gefassten Beschlüsse in die Mit­glied­sor­gan­i­sa­tion zurück­trägt.

2. Mit­glied­schafts­beitrags-Ord­nung:
— er­mäßigter Mit­glieds­beitrag: 25 Euro im Jahr.
— reg­ulärer Mit­glieds­beitrag: 50 Euro im Jahr
— Förder­beitrag: min­destens 150 Euro
Diejeni­gen, die nicht Mit­glied sein wollen oder kön­nen, aber das Lan­desnet­zw­erk fi­nanziell fördern wollen, sind zu Spenden aufgerufen.

3. Das Lan­desnet­zw­erk er­wartet von seinen Mit­gliedern:
— Ver­fol­gen der gemein­samen Ziele
— Verbindliche und regelmäßige Mi­tar­beit im Lan­desnet­zw­erk
— Fach­licher In­put in Fach­foren und den Aus­tauschtr­e­f­fen
— Bere­itschaft zum Er­fahrungs- und In­for­ma­tion­saus­tausch sowie zur Ko­op­er­a­tion
— Einen von Wertschätzung und Achtung der Per­sön­lichkeit ge­tra­ge­nen Um­gang miteinan­der
— Die Achtung jedes Mit­gliedes mit seiner Stimme un­ab­hängig von dem „Gewicht“ seiner repräsen­tierten Or­gan­i­sa­tion
— Zahlung des Mit­glieds­beitrages bis zum 31. März des laufenden Jahres.

4. Das kön­nen Mit­glieder vom Lan­desnet­zw­erk er­warten:
— Ak­tuelle In­for­ma­tio­nen rund um das Bürg­er­schaftliche En­gage­ment aus er­ster Hand
— Fach­liche Ver­net­zung mit den ver­schiede­nen Part­nern im Bürg­er­schaftlichen En­gage­ment
— Aus­tausch von Best-Prac­tice-Beispie­len und Er­fahrun­gen
— Ko­op­er­a­tion und Zusam­me­nar­beit zu bes­timmten Fachthe­men, An­lässen und Pro­jek­ten
— Ver­stärkte Öf­fentlichkeit­sar­beit
— Konzen­tri­erte In­ter­essen­vertre­tung
— Ini­ti­ierung und Durch­führung gemein­samer Ve­r­anstal­tun­gen zum Bürg­er­schaftlichen En­gage­ment.

III. Arbeitsformen

1. Plenum:
Ver­samm­lung aller Mit­glieder, tagt ca. vierteljährlich, entschei­det über Ar­beitss­chw­er­punkte, über Mit­glieds­beiträge, wählt den Sprecher­rat und nimmt den Fi­nanzbericht ent­ge­gen. Beschlüsse wer­den mit ein­facher Mehrheit der an­we­senden Mit­glieder gefasst.

2. Ar­beits­grup­pen:
tr­e­f­fen sich kon­tinuier­lich und bear­beiten in­haltliche The­men und or­gan­isieren Ve­r­anstal­tun­gen des Lan­desnet­zw­erks.

3. Sprecher­rat:
Bere­itet Mit­gliederver­samm­lun­gen vor, bün­delt The­men und An­liegen, übern­immt die Mit­tel­be­wirtschaf­tung und entschei­det über Mit­glied­schaften. Er ver­tritt das Lan­desnet­zw­erk nach außen und be­treibt gemein­sam mit der Geschäftsstelle die Or­gan­i­sa­tion­sen­twick­lung. Gemein­sam mit der Geschäftsstelle mod­eriert er die Plenumssitzun­gen. Der Sprecher­rat setzt sich aus bis zu fünf Per­so­nen zusam­men und wird auf die Dauer von zwei Jahren gewählt.

4. Geschäftsstelle:
Die Geschäftsstelle des Lan­desnet­zw­erkes ist beim Mit­glied Tr­e­ff­punkt Hil­fs­bere­itschaft, der Lan­des­frei­willi­ge­na­gen­tur Berlin, an­ge­siedelt. Die Geschäftsstelle übern­immt die Vor- und Nach­bere­itung ver­schiedener Sitzun­gen und Ve­r­anstal­tun­gen des Lan­desnet­zw­erkes und pro­tokol­liert Mit­gliederver­samm­lun­gen und Sitzun­gen des Sprecher­rates. Gemein­sam mit dem Sprecher­rat mod­eriert sie die Plenumssitzun­gen, ver­tritt das Lan­desnet­zw­erk nach außen auf Grund­lage der Beschlüsse des Sprecher­rates und be­treibt die Or­gan­i­sa­tion­sen­twick­lung, sie gibt z.B. Im­pulse für die Weit­er­en­twick­lung des Lan­desnet­zw­erkes.

Mitmachen

Leitbild

Unser Ziel ist die Förderung der ak­tiven Bürg­erge­sellschaft für das Gemein­wohl Berlins.

Wir ver­net­zen die En­gage­ment fördern­den Vere­ine, Pro­jekte, Ini­tia­tiven, Net­zw­erke und Zusam­men­schlüsse dieser Stadt.

Wir bün­deln die Kräfte, ohne die Au­tonomie der Mit­glieder in Frage zu stellen.

In den Kon­sen­spunk­ten spre­chen wir mit einer Stimme.

Wir leis­ten Lob­b­yarbeit für das Bürg­er­schaftliche En­gage­ment.

Wir ver­schaf­fen der Stimme des Lan­desnet­zw­erks Bürger­engagement in der Öffent­lich­keit nach­haltig Gehör und brin­gen uns für die Beteili­gung der Bürg­erge­sellschaft an poli­tis­chen Entscheidungs­prozessen ein.

LANDESNETZERK BÜRGERENGAGEMENT BERLIN — Berliner Charta, Leit­bild, Selb­stver­ständ­nis
zuletzt ak­tu­al­isiert 30.03.2019

 

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