Mit dem Alpha-Siegel auf neuen Wegen

Das Begeg­nungszen­trum der AWO in Berlin-Kreuzberg ist seit 2017 mit dem Al­pha-Siegel aus­geze­ich­net. Ebenso sind der AWO Lan­desver­band und zahlre­iche weit­ere AWO-Ein­rich­tun­gen in den Bezirken mit dem Al­pha-Siegel zer­ti­fiziert, so Bar­bara Can­ton, die in der Geschäfts­führung des Lan­desver­bands für die En­gage­ment­förderung zuständig ist.

Von F. Prinz- Dan­nen­berg

Was ist das Al­pha-Siegel und wozu di­ent es?

Das Al­pha- Siegel ist ein Qual­itätssiegel, das vom Berliner Grund­bil­dungszen­trum (GBZ)  im Jahre 2016 zum er­sten Mal ver­liehen wurde. Es soll Men­schen mit Lese-Rechtschreib­schwäche, zumeist funk­tionale Anal­pha­beten, und Men­schen mit Mi­gra­tionsh­in­ter­grund den Zu­gang zu In­sti­tu­tio­nen und Ein­rich­tun­gen mit Pub­likumsverkehr er­le­ichtern. Sie kön­nen sich in Be­hör­den besser zurechtfinden, da Flyer und Texte in ein­facher Sprache ver­fasst sind und zusät­zlich der Weg durch das Gebäude mit Pik­togram­men aus­geschildert ist oder diese an­schaulich auf dem In­for­ma­tions­blatt dargelegt sind.

Das Ziel besteht darin, bar­ri­ere­frei zu sein“, sagt Ben Eberle, der Leiter des Begeg­nungszen­trums. Damit ist gemeint, dass die Men­schen ohne Angst – ohne die Bar­riere oder die Hemm­schwelle im Kopf – in Al­pha-Siegel zer­ti­fizierten In­sti­tu­tio­nen Hilfe er­hal­ten. Die Hil­fe­suchen­den kön­nen möglicher­weise zwar einzelne Wörter lesen, aber zusam­men­hän­gende Texte und deren In­halt nicht er­fassen.

Amra Ara­p­cic-Dau­tovic ar­beitet im Begeg­nungszen­trum an der Ba­sis. In der Abteilung Mi­gra­tions­ber­atung ist sie auch für das Al­pha-Siegel zuständig. Sie hat wie alle Mi­tar­beiter in Al­pha-Siegel zer­ti­fizierten Häusern im GBZ eine spezielle Schu­lung durch­laufen. Es ist auch möglich, dass Be­trof­fene selbst zu Lern­ex­perten wer­den, um an­dere in ähn­licher Lage besser zu un­ter­stützen. Da Amra Ara­p­cic-Dau­tovic selbst einen Mi­gra­tionsh­in­ter­grund hat, kann sie sich gut in die Lage der­jeni­gen ver­set­zen, die Schwierigkeiten haben, In­for­ma­tio­nen in der oft kom­plex ver­fassten Schrift­sprache zu ver­ste­hen.

Es sei ein Vorteil, mit den Men­schen auf einem ein­facheren Sprach­niveau zu kom­mu­nizieren als ein Mut­ter­sprach­ler, meint Amra Ara­p­cic-Dau­tovic. Ihre Be­ratung be­ginnt mit dem er­sten Tele­fonge­spräch und der Wegbeschrei­bung zum Begeg­nungszen­trum und wird dann im Haus fort­ge­setzt: Pik­togramme sind mit dem entsprechen­den Wort gekennze­ich­net und weisen den Weg. Amra Ara­p­cic-Dau­tovic bi­etet im Gespräch auf­grund ihrer Er­fahrung entsprechende Hilfe an, ver­mit­telt an die richti­gen Stellen wie an den Verein Lesen und Schreiben  oder hilft beim Ver­fassen von Be­wer­bun­gen.

Auf diese Art wird die Zusam­me­nar­beit zwis­chen Hil­fe­suchen­den und Hil­fegeben­den gestärkt und die Exk­lu­sion abge­baut. Das Al­pha-Siegel kann somit der er­ste Schritt auf dem Weg in ein neues Leben sein!

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LANDESNETZERK BÜRGERENGAGEMENT BERLIN — Blog­beitrag von F. Prinz- Dan­nen­berg
zuletzt über­ar­beitet 05.02.2020

 

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